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Dead Man Walking, so nennen zynischerweise die Gefängniswärter den letzten Gang der zum Tode Verurteilten zur eigentlichen Exekution. Tim Robbins Film über die Todesstrafe basiert auf dem gleichnamige Buch der Nonne Helen Prejean, die im Film von Susan Sarandon gespielt wird und dafür mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Als die katholische Ordensschwester Helen Prejean auf einen Brief des im Staatsgefängnis von Louisiana einsitzenden und zum Tode verurteilten Matthew Poncelet antwortet, ahnt sie noch nicht, daß sie ihn bis zu seiner Hinrichtung begleiten wird. Zwischen der Schwester und dem Mörder entwickelt sich nach ihrem ersten Besuch im Gefängnis ein immer intensiveres Vertrauensverhältnis. ![]() Helen engagiert sich für Matthew und kämpft für die Umwandlung des Todesurteils in eine lebenslängliche Haftstrafe. Dabei lernt sie die Eltern der Opfer mit ihrem Schmerz, ihrer Wut, ihrem Rachebedürfnis und ihrem Verlangen nach einer ausgleichenden Gerechtigkeit kennen. Trotz dieser erschütternden Erfahrungen menschlicher Verzweiflung hält sie daran fest, daß ein Mensch mehr ist als seine schlimmsten Taten. Auch ein Verbrecher wie Poncelet muß als Kind Gottes betrachtet werden. Der Staat hat kein Recht, im Namen der Gerechtigkeit zu töten. ![]() Die Stunden vor der Hinrichtung verbringt Helen mit Matthew im Todestrakt. Matthew stellt sich schließlich seiner Tat: Er war nicht widerstrebender Zeuge der Vergewaltigungen und Mordtaten seines Komplizen, sondern ebenfalls Täter. Kurz vor seinem Tod bittet er die Angehörigen der Opfer um Vergebung. Dann wird die Tötungsmaschinerie in Bewegung gesetzt. Poncelet stirbt. Von mir dazu: Das ist wieder einer dieser Filme, der sich dir ins Gedächtnis einbrennt, und den du danach auch nicht mehr so schnell vergessen wirst. Die Thematik des Films ist ernst und nach einer wahren Begebenheit der katholische Ordensschwester Helen Prejean. Der film vereint zwei extrem Schlimme Strafvorfälle um dem Hintergrund noch mehr Gewicht zu geben. Wer den Film gesehen hat, braucht erstmal einige zeit um das Gesehene zu verarbeiten, und um sich mit der Thematik der Todesstrafe auseinander zu setzten. Tim Robbins gelingt es den Verurteilten menschlich zu zeichnen ohne die Brutalität seiner Taten in den Hintergrund zu drängen. Er demaskiert das Bild des Monsters, das die Gesellschaft für die Legitimation der Todesstrafe braucht, obwohl er sein Publikum den Tathergang des Verbrechens miterleben lässt. Ebenso beeindruckend beschreibt er die anklagenden Eltern, welche, eigentlich Opfer des Verbrechers, durch das Mittel der Todesstrafe selbst zu Tätern werden. Auch ihre Beweggründe, so widersprüchlich sie sind, werden nachvollziehbar. Dead Man Walking berührt nicht nur und macht nachdenklich, sondern regt auch zur eigenen Diskussion und zur persönlichen Urteilsfindung an, und liefert dabei die Argumente für beide Seiten. Welche davon die Richtigen und Bedeutenden sind, bleibt einem selbst überlassen. Es lohnt sich aufjedenfall den Film anzusehen. |
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